„Man kann über alles Reden.“

„Aber nicht über 40 Minuten.“
Diesen Satz formulierte Kurt Tucholsky in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Heute wird er gerne angezweifelt: halbe Stunde ist das Maximum! Weil doch alles so kurzlebig geworden ist. Vor allem die Aufmerksamkeit. Die Aussage stimmt sicherlich nicht nur für die mittlerweile gebeugt laufenden Smart-Phone-Nutzer. Aber was heißt das? Soll man nur die Hälfte von dem sagen, was man vorzutragen hätte? Wohl kaum. Auf barocke Wortschleifen kann man gut verzichten, aber spannende, bewegende Inhalte sollte man nicht bis auf das Skelett entschlacken. Gute Reden schreiben bedeutet auch, aus zunächst langweilig erscheinenden Tatbeständen das Feuer der Aufmerksamkeit schlagen zu können. Diese rednerische Fähigkeit kann auch heute Menschen 40 Minuten lang fesseln.

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Bei einer sehr guten Rede
darf es auch schon mal
eine Minute länger sein.