Zitat oder nicht Zitat?

Manch bildungsberstende Rede ist mehr oder minder ein Zitatengrab. Der Versuch, über intensiven Einsatz historisch schwergewichtiger Stimmen den eigenen Worten einen bedeutungsvollen Mantel umzulegen, geht meist schief. Oft machen die Zitatenberge nur deutlich, dass unter dem Mantel lediglich  ein ärmliches Hemd die Argumentations-Blöße bedeckt. Ein bis zwei Zitate an der richtigen Stelle mögen einer Rede ein Krönchen aufsetzen. Mehr aber bitte nicht. Redenschreibers Ausnahme: die Würdigung einer Person. Ob am Grab („de mortuis nisi bene„) oder zu einer runden oder unrunden Feierstunde schadet der Würdigung ein eifriges Einflechten von O-Tönen keinesfalls. Meine ich.

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