Schönen guten Tag (aus) Hamburg!

Hier finden Sie Informationen zu meinem Angebot rund um Reden (-schreiben), Texte und eigene Auftritte.

In gebotener Kürze einige Anregungen zu all dem, was erst in Summe eine gute Rede ausmacht, meine Interessenschwerpunkte, die für Reden, Redenmanuskripte und auch für Texte relevant sind und schließlich eine ganze Reihe von Beispielen.
Für den Redenschreiber zeigt sich immer wieder: nichts ist so wichtig wie ein gutes Briefing. Zwar arbeite ich mit einem detaillierten Fragebogen, aber das Eigentliche, das eine Persönlichkeit in einer bewegenden Situation wie einer Rede, auch zum „Leuchten“ bringen kann, erschließt sich nur im persönlichen Miteinander. Kurz und gut: wenn es sich einrichten lässt, lasse ich mich am liebsten persönlich von Ihnen briefen. Dabei ist es egal, ob es um Manuskriptberatung, Ansprache, Festreden oder andere Kontextthemen geht.

Briefing

Gerne mache ich mir ein Bild von Ihnen und Ihren Herausforderungen. Egl, ob Sie nun als Führungskraft, als Verbandsvorsitzende, als Brautvater oder bei anderer Gelegenheit im Rampenlicht stehen. Nichts geht über ein gutes Gespräch, in dem Sie mir Ihre Bedarfslage vermitteln. Dann können meine Erfahrung, mein Bildungshintergrund und meine Liebe zum Detail in Dramaturgie, Argument und Wortwahl für Ihr Ziel richtig wirksam werden. Aber Persönlichkeit kommt vor Rhetorik!

Eine Webseite soll ja informieren, einen ersten Eindruck geben und ja – auch den „Bauch“ ansprechen. In diesem Sinne: angenehmen Aufenthalt! Und bei Fragen gilt: Reden wir darüber! Vielleicht hilft Ihnen ja ein Blick auf mein „Ghostportait“ bei Verband der Redenschreiber (VRdS)…

Ach so: Sollten Sie meinen Namen an anderer Stelle gehört haben, und hier nicht das finden, was Sie gesucht haben, so klicken Sie doch einfach HIER. Dort finden Sie meine Angebote zu den Themenfeldern Coaching, Moderation und Mediation. Zum Thema Altern gibt es hier mehr zu Lesen.

Indirekte Referenzen für Redenschreiber

Anders als in den USA, wo selbst der Präsident seinen Bedenschreiber gerne der Presse als genialen Kopf vorstellt, fristet unser Berufsstand in Mitteleuropa eher ein Schattendasein. Auftraggeber zieren sich häufig, wenn man Sie als Referenz angeben möchte.
So ist eine Reaktion von Aussenminister Steinmeier auf eine Rede von mir schon ein guter Anlaß für einen Moment stiller Freude. Und zumindest diesen darf ich ja auch teilen:
Herr X, Sie haben in eindringlichen Worte jenen Teil unserer Verantwortung beschrieben, der derzeit die Gemüter am meisten bewegt: die Schutzverantwortung für Flüchtlinge. Sie haben dabei auch an Deutschlands eigene Vergangenheit erinnert: an die Hunderttausenden Deutschen im 19. Jahrhundert, die auf der Suche nach einem besseren Leben hier in Bremen das Dampfschiff  nach New York bestiegen…

Die Macht der Pause

In einschlägigen rhetorischen Ratgebern geht es um was und wie, um Wortwahl und rhetorische Techniken. Zu kurz kommt dabei – die Pause. Welch großartige Möglichkeiten der Konzentration, der Vertiefung, der Akzentsetzung dieses selten erwähnte Stilmittel bietet, macht einmal mehr Barak Obama deutlich: In seiner Abschiedsrede vom White House Press Corps zeigt er die Meisterschaft des Pausierens – mit Gewinn für seine Sache. Wie schade – auch rhetorisch – dass er nicht weitermachen darf!

Zitat oder nicht Zitat?

Manch bildungsberstende Rede ist mehr oder minder ein Zitatengrab. Der Versuch, über intensiven Einsatz historisch schwergewichtiger Stimmen den eigenen Worten einen bedeutungsvollen Mantel umzulegen, geht meist schief. Oft machen die Zitatenberge nur deutlich, dass unter dem Mantel lediglich  ein ärmliches Hemd die Argumentations-Blöße bedeckt. Ein bis zwei Zitate an der richtigen Stelle mögen einer Rede ein Krönchen aufsetzen. Mehr aber bitte nicht. Redenschreibers Ausnahme: die Würdigung einer Person. Ob am Grab („de mortuis nisi bene„) oder zu einer runden oder unrunden Feierstunde schadet der Würdigung ein eifriges Einflechten von O-Tönen keinesfalls. Meine ich.

„Man kann über alles Reden.“

„Aber nicht über 40 Minuten.“
Diesen Satz formulierte Kurt Tucholsky in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Heute wird er gerne angezweifelt: halbe Stunde ist das Maximum! Weil doch alles so kurzlebig geworden ist. Vor allem die Aufmerksamkeit. Die Aussage stimmt sicherlich nicht nur für die mittlerweile gebeugt laufenden Smart-Phone-Nutzer. Aber was heißt das? Soll man nur die Hälfte von dem sagen, was man vorzutragen hätte? Wohl kaum. Auf barocke Wortschleifen kann man gut verzichten, aber spannende, bewegende Inhalte sollte man nicht bis auf das Skelett entschlacken. Gute Reden schreiben bedeutet auch, aus zunächst langweilig erscheinenden Tatbeständen das Feuer der Aufmerksamkeit schlagen zu können. Diese rednerische Fähigkeit kann auch heute Menschen 40 Minuten lang fesseln.

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Bei einer sehr guten Rede
darf es auch schon mal
eine Minute länger sein.

Grammatik: immer korrekt?

 

Muss die Grammatik einer Rede korrekt sein? Die Kurzfassung auf diese oft gestellte Frage lautet meiner Ansicht nach: nein! Aber sie bedarf der Präzisierung. Zum einen gibt es – vor allem im politischen und wirtschaftlichen Kontext – Reden, die später nachlesbar sein müssen. Und es gibt auch Vorausveröffentlichungen, die dann den Hinweis tragen „Es gilt das gesprochene Wort“. Dieser Hinweis gibt dem Redner die Chance, situationsbedingt oder aus frischer Überlegung, seine Ausführungen kurzfristig zu ändern. Diese vor- oder nachgereichten Lesefassungen sollten grundsätzlich grammatikalisch korrekt sein. Es handelt sich ja um Lesestoff.

IMG_1958   …auch er hat nicht immer das letzte Wort.

Beim gesprochenen Wort sieht es aber anders aus. Der verwunderte Ausruf „der redet ja wie gedruckt“ macht deutlich, dass Schriftsprache und mündliche Rede zweierlei Ding sind. Ein guter Redenschreiber wird sich nicht scheuen, emotionale Ausrufe, Kurzfragen und grammatikalisch verkürzte Sätze in das Skript zu schreiben. Vor allem, wenn es um die Erregung von Aufmerksamkeit und das Freisetzen von Motivation geht. Die Instrumente sprechen direkt das Herz, die Emotionen an und nehmen nicht erst den Umweg über den Kopf.

Hört man sich selber bei einem normalen Gespräch zu, so wird man feststellen, dass die Grammatik eine nette Stütze, aber keinesfalls eine immer präsente Gouvernante sein sollte. Im Gespräch. Für gute – also überzeugende – Motivationsreden gilt das ganz genau so!